Räuchern

Immer wieder komme ich in den Genuss von spannenden Gesprächen in meinem "Lädeli" - sprich: dem Vorraum meiner Praxis, wo sämtliche Artikel des Ritual Shops bereit liegen.

Dabei geht es beispielsweise um die Frage, welche Instrumente für ein geplantes Räucher-Ritual geeignet seien: Räucherschale? Und wenn ja, mit welcher Kohle? Oder doch lieber das Stövchen (Räuchersieb)? Und welches Räucherwerk lässt sich denn direkt verglimmen, also ohne zusätzliche Instrumente?

Diese oft und wiederholt gestellten Fragen haben mich veranlasst, hierzu etwas aus der Praxis zu erzählen, und Tipps und Erfahrungen von den Shop-Besuchern und aus eigenen Ritualen zu teilen.... viel Spass!

Welche grundsätzlichen Möglichkeiten zum Räuchern gibt es?

"Wo Rauch ist, ist auch Feuer", heisst es im Volksmund. Anders gesagt: Wo Rauch sein soll, da braucht es demnach Feuer, sprich eine Hitzequelle. Und so gibt es zum Verräuchern von Räucherwerk (Kräuter und Harze) grundsätzlich die folgenden Möglichkeiten:

  • Ich verräuchere auf Kohle (Kohletabletten oder -töpfchen)
  • Mithilfe eines Siebes verräuchere ich auf einer Kerze
  • Ich verräuchere, indem ich die Kräuter direkt anzünde und dann verglimmen lasse (funktioniert nur bei Kräutern)

Beim Räuchern möchte ich Rauch erzeugen, und dabei sollte das Räuchergut möglichst ergiebig sein. Bei Kräutern und achte ich also darauf, dass diese nicht verbrennen - dies ginge schnell und mit geringer Rauchentwicklung -, sondern verglimmen (Glut ohne Flammenbildung). Dasselbe gilt für Holz, während Harz i.d.S. gar nicht verbrennen kann, sondern dieses verdampft durch die Hitze (wobei übrigens auch kein Russ entsteht).

Verräuchern auf Kohle

Kohletablette

Verräuchere ich Kräuter oder Holzspäne und Harze auf Kohle, dann bieten sich an erster Stelle Kohletabletten an. Diese bestehen aus Holzkohle (gemahlen und gepresst, ähnlich wie bei den Briketts fürs Grillieren), und meist werden sog. selbst- oder schnellzündende Tabletten der Naturkohle vorgezogen. Eingearbeitete Salpetersäure wirkt dabei brandfördernd, so dass die Kohle, einmal angezündet, selbständig durchglüht. Dazu stelle ich die Kohletablette auf, damit das Feuer besser mit Sauerstoff versorgt ist. Sie ist dann zum Räuchern bereit, wenn sie von einem weissen Aschemantel überzogen ist, und kann nun einfach umgekippt werden, so dass sie flach und mit der Vertiefung (konkave Seite) nach oben liegt.

Räuchern mit Kohletabletten ist intensiver als mit dem Sieb, weil die eigene "Kohle-Duftnote" dazukommt, und weil höhere Temperaturen erzeugt werden. Ich benötige demnach ein feuerfestes Gefäss:

  • Eine Räucherschale oder grosses Tongefäss, welches ich mit Sand fülle (oder draussen in der Natur einfach mit Erde); dies wirkt isolierend und stellt sicher, dass die Kohle erhöht liegt und gut belüftet wird;
  • Alternativ bieten sich sog. Netzgefässe an; die Kohle liegt auf einem "hängenden" Netz innerhalb des Tongefässes und wird so gut überlüftet, ohne dass sich die Hitze stark auf das Gefäss überträgt.

Für die einfache und sichere Handhabung kann eine Räucherzange verwendet werden.

Kohletablette

Mit der Räucherschale ist die Handlichkeit gegeben, die oft in Ritualen und draussen in der Natur erforderlich ist: Ich kann mich sicher bewegen und Personen und Plätze oder Ritualgegenstände abräuchern. Für unterwegs ist darauf zu achten, dass die Räucherschale nicht zu gross und schwer, vor allem aber nicht zerbrechlich ist (also eher Messing- oder kleine Specksteinschalen als jene aus Ton). Zudem ist die glühende Kohle "windsicher" und erlischt nicht.

Nehme ich ein Tongefäss, kann ich mich für ein solches mit oder ohne Deckel entscheiden. Ein Deckel verfügt über Löcher, durch welche der Rauch entweicht, was ein schönes Bild gibt. Auch hier gilt: Der Deckel kann heiss werden, v.a. wenn das Gefäss mit viel Sand gefüllt ist, wodurch die Kohle höher liegt.

Die Tabletten haben je nach Grösse unterschiedliche, aber grundsätzlich lange Brenndauern. Gerade für Harze ist die grosse Hitze oft ein Vorteil, gleichzeitig brennt das Räuchergut schneller ab (namentlich Kräuter).

Als Alternative bieten sich Kohletöpfchen an, die, auf dem dazugehörigen Metallständer angebracht, zwar nicht "mobil" sind, sich aber einfach mit losem Räuchergut füllen lassen

Räuchern mit einem Sieb (Stövchen)

Räuchersieb

Als gute Alternative zur intensiven Räucherung auf Kohle bietet sich ein Räuchersieb an. Gerade in der Wohnung wird vielleicht eine sanfte Räucherung von Kräutern und Harzen bevorzugt. Das Ganze wird oft als Stövchen bezeichnet, ein Begriff, den man vom Untersatz her kennt, auf dem die Teekanne warmgehalten wird.

Die Hitze wird mit einem Teelicht erzeugt und kann bei einem höhenverstellbaren Räuchersieb gut reguliert werden. Ein einfaches Stövchen bietet diese Möglichkeit nicht, doch kann ich das Teelicht einfach mit Münzen unterlegen, um die Hitze zu erhöhen. Dies ist gerade bei Harzen wichtig, da diese je nach Härte unterschiedlich reagieren. Auch Holz oder Wurzeln (als Stück, in Spänen oder fein gerieben) verlangen meist nach grösserer Hitze.

Auf dem Sieb kann das Räuchergut einfach positioniert und – auch zur Regulierung der Hitze – verschoben werden. Das mag überraschen, aber das Sieb wird sehr heiss;) Also aufgepasst beim Positionieren des Räucherguts.

Das Sieb ist meist feinmaschig, so dass auch Harze einfach verräuchert (spricht verdampft) werden können. Danach wird das Sieb mit der üblicherweise mitgelieferten Edelstahlbürste gesäubert.

Steht das Räuchersieb auf einer geeigneten Unterlage, so kann ich zur Schaffung einer guten Atmosphäre das Teelicht einfach (aus-) brennen lassen. Bei manchem Stövchen ist anstelle des Siebes auch ein Schälchen einsetzbar, was die zusätzliche Nutzung als Aromalampe mit ätherischen Ölen ermöglicht.

Kräuter und Holz direkt verglimmen

Smudge

Namentlich Kräuter können in den meisten Fällen auch direkt verglimmt werden. D.h. diese werden mit einem Feuerzeug angezündet, so dass sie nach dem Löschen der Flamme (auswedeln, auspusten) langsam verglimmen. Dies hat verschiedene Vorteile: Einerseits ist so eine separate Hitzequelle wie Kohle oder Kerze hinfällig. Und man ist sehr "mobil", was auch bei der Verwendung von Kohletabletten der Fall ist, aber nicht beispielsweise beim Räuchern mit einem Kohletöpfchen oder einem Siebgefäss. Andererseits könnte als Nachteil gewertet werden, dass diese Art des Räuchern mehr Aufmerksamkeit erfordert. So muss beispielsweise die Glut von losen Kräutern in einer Schale immer wieder mit Pusten angefacht werden. Oder es kann beispielsweise etwas dauern, ein Kräuterbündel zu entzünden - da gibt es den running gag: Es dauert ewig bis ein Smudge Stick brennt, nur damit er danach kaum mehr zu löschen ist:) Da gibt es allerdings einfache Tricks, dies zu umgehen.

Die gängigsten Arten, Kräuter direkt zu verglimmen, sind die folgenden:

  • Loses, klein geschnittenes (oder gemahlendes) Räuchergut:
    Ich lege dieses in eine Räucherschale und entzünde das Häufelchen auf einer Seite mit einem herkömmlichen Feuerzeug (oder noch besser mit einem etwas patentierteren Gasanzünder). Ich lasse die Kräuter etwas brennen, damit sich genug Glut bildet; diese entfache ich zusätzlich durch pusten - was ich während des Räucherns mehrere Male wiederhole. Wichtig: Da ich keinen isolierenden Sand verwende, muss die Räucherschale aus Ton oder Speckstein und etwas dickwandiger sein. Bei einer gut leitenden und dünnwandigen Messingschale würde ich mir schnell eine Verbrennung zuziehen, auch wenn die Hitze geringer ausfällt als beim Verwenden von Kohletabletten! Grössere Tongefässe (ohne Deckel) können ebenfalls verwendet werden, doch sind diese nicht sehr patent, da diese für das Pusten zuwenig mobil sind.
  • Loses Räuchergut, das aus ganzen Blättern besteht:
    Meist sind es blättrige Pflanzen, welche so verfügbar sind, beispielsweise Salbei. Da halte ich einfach den Stengel und entzünde das Blatt / die Blätter mit dem Feuerzeug. Die Flamme auswedeln und mit dem Räuchern beginnen. Natürlich kann ich auch da wunderbar mit einer Räucherschale arbeiten...
  • Kräuterbündel:
    Diese werden auch Smudges oder Smudge Sticks genannt, was über den Begriff "Smudging" einen Bezug zu den Zeremonien der indigenen Völker Amerikas herstellt. Für die Herstellung werden frische Pflanzenteile (Stiele mit Blättern resp. Nadeln) eng zu einem Bündel geschnürt und dann getrocknet. Dieses "enge schnüren" stellt sicher, dass die Hitze der Glut konzentriert wird und nicht erlischt. Gleichzeitig kann es etwas dauern, die Glut überhaupt zu entfachen: Ich kann hierbei das anzuzündende Ende etwas "lockern", damit die Flamme ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird. Alternativ oder ergänzend kann ich den Smudge auf einen Stein legen - draussen in der Natur natürlich, nicht auf dem Teppichboden zuhause;) - und mithilfe einer Anzündhilfe zum Glimmen bringen. Nach dem Räuchern kann ich mit einem Messer oder einem Ästchen die Glut "wegkratzen", und allenfalls noch etwas feuchte Erde drauf drücken - und das restliche Bündel ist für die nächste Räucherung bereit...
  • Kräuterzopf:
    Frische Kräuter können auch zu einem Zopf geflochten und dann getrocknet werden. Bekannt ist namentlich der Sweetgrass-Zopf, der süsslich duftet und an den hiessigen Waldmeister erinnert, der ebenfalls das entscheidende Kumarin enthält. Das Anzünden und Löschen ist einfacher als bei einem Smudge Stick, doch generiert der Zopf auch deutlich weniger Rauchvolumen. 

Möchte ich Holz direkt verglimmen, dann bieten sich Holzstäbe anstelle von Spänen an. Mancher kennt die Stäbe aus dem heiligen Holz Südamerikas, dem Palo Santo. Ferner sind natürlich Räucherstäbchen, welche i.d.R. Kräuter und Harze enthalten, darauf ausgerichtet, direkt verglimmt zu werden.

Harze, die grundsätzlich als loses Räuchergut verfügbar sind, können nicht direkt verdampft werden, denn diese bedürfen einer ständigen Hitzequelle. Gleiches gilt für Wurzeln, ob am Stück oder zerkleinert. Hierzu bieten sich Kohletabletten oder Siebgefässe an.

Räuchern mit einem Smoker

Folgt etwas später:)

Grundregeln beim Räuchern

Folgt danach:)

Workshop "Richtiges Räuchern von Wohnungen und Häusern"

Immer wieder führe ich - meist im Herbst - einen kurzen Workshop zu diesem Thema durch. Weitere Infos im Shop oder auf Anfrage.

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«Gnüsse d‘Stilli vo de Äsche, Ziit zwüsched Sterbe vo Altem und de Wiedergeburt vo Neuem …»
A.K. aus Wiesendangen

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